NOSTALGIE ÉTERNELLE - Interview (erstellt 20.03.2016)

 

NOSTALGIE ÉTERNELLE - Interview

 
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Das Duo NOSTALGIE ÉTERNELLE hat nicht nur im letzten Jahr mit “Magie Fragile“ ein neues Album veröffentlicht, sondern feiert in diesem Jahr – inklusive langjähriger Pause – auch das mittlerweile 30jährige Bestehen. Nach einigen Konzerten Anfang des Jahres – die Fragen wurden vorher übermittelt – wird man zudem auch im Herbst noch einmal die Bühnen entern. Grund genug also, sowohl in die Geschichte des Duos einzutauchen als auch aktuelle Aktivitäten zu beleuchten. Tonträger von NOSTALGIE ÉTERNELLE sind übrigens via Kontakt über die Homepage auch direkt bei der Band zu erwerben.

 

 

Was war damals überhaupt die Motivation NOSTALGIE ÉTERNELLE zu gründen und wo liegen eure musikalischen Wurzeln?
Dieter: Ich selbst habe 1980 mit einem Schulfreund, der selbst Synthesizerbausätze zusammenschraubte (Ich habe seit zwei Jahren wieder Kontakt zu ihm.), angefangen Musik zu machen. Monate vorher hatten wir einen Ferienjob in einer Fabrik gemacht, um uns Instrumente zu kaufen. Ich hatte mir einen Halbakustikbass und einen Verstärker zugelegt und der Schulfreund den besagten Bausatz. Da wir doch recht verschiedene Vorstellungen in der Umsetzung hatten und auch keine Erfahrung, zerschlug sich die Sache dann schnell wieder. Ich hatte in den folgenden Jahren zweimal die Chance kostenlosen Musikunterricht (Posaune und Gitarre) zu bekommen. Ich hatte jedoch nicht den Biss, auch regelmäßig zu üben und meine Lehrer verloren die Geduld mit mir. In den darauffolgenden Jahren spielte ich dann Bass in verschiedenen Formationen, vom Stil her bewegte sich die Musik in den Genres Freejazz, Punk, Artrock und Rockabilly. Das alles spielte sich im verschlafenen Leer/Ostfriesland ab. Auch in all diesen Bands gingen die Vorstellungen der einzelnen Mitglieder sehr weit auseinander, was teilweise belebend war, dann aber auf eine andere Art und Weise auch anstrengend. Mit einer dieser Bands gab es des öfteren Auftritte. Wir spielten so eine Art Artrock (Schlagzeug, Gitarre und Bass) und bewegten uns irgendwo im Feld zwischen HUNTERS & COLLECTORS und SAVAGE REPUBLIC und die Auftritte waren komplett improvisiert. Leider blieb unsere Musik instrumental und für mich daher nicht so ganz die Erfüllung. Zu meinen Einflüssen muss ich sagen, dass bei mir alles mit früher, deutscher Elektronik begann. Nach und nach kamen Punk, New Wave, Post-Punk, NDW, Artrock, Industrial und englischer Pop. Neben der JOHN PEEL-Session und den Radiosendungen auf Hilversum III (niederländisches Radio) war die Stadt Groningen für mich eine große Quelle der Inspiration. Ich durchstöberte dort die Plattenläden und ging in den Clubs dort zeitweise auf 5-6 Konzerte im Monat. Natürlich las ich auch die Musikzeitschriften Sounds und Spex. 1983 kam ich dann in Kontakt mit der Tapeszene. Ich bestellte mir Tapes bei deutschen Vertrieben und abonierte auch zwei Cassettenmagazine, auf denen Musik angespielt und moderiert wurde. Außerdem war ich in dieser Zeit DJ und somit auch ein Stück weit in Kontakt mit der Populärmusik. 
1986, ich kam gerade von einer Berlinreise, dich mich sehr inspiriert hatte, traf ich INOX (STEFAN HEINZE) auf der Straße in Leer. Wir kannten uns schon seit 1983 und waren locker befreundet. Es kam zu dem typischen Gespräch über die Langeweile in der Kleinstadt. Wir hatten beide vom ersten, ausstehenden Rockfestival in Leer gehört und nahmen das zum Anlass eine Band zu gründen. Das war sechs Wochen vor dem Auftritt.
Inox: Als Jugendlicher hab ich so gut wie alles aufgesaugt, was Sound und Geräusche machte, die Werkstatt meines Vaters und der Amboss, die Maschinen da und die Insektensounds, die anderen Bands waren natürlich auch große Inspiration, damals liefen ja auch sehr interessante Sachen im Radio, im Gegensatz zu der GEORGE ORWELL-Zeit heute. So um 80 ging das Ganze auch bei mir los, mein Onkel hatte in Aachen ein Musikstudio (mit dicken Orgeln und Synthies) und er nahm Chöre auf in Kirchen, da durfte ich mit und konnte erste Eindrücke und Ideen bekommen zur Aufnahemtechnik und im Umgang mit Raumsounds. Punk und Fluxus und Dada waren sofort interessant und ich entwickelte alles recht schnell durch die Improvisation, durch Ausprobieren und das direkt auf der Bühne (Realschul-Aula Bühne z.B.), mich überkam immer mehr die Lust, alles auszuprobieren und da mir ja in der Musik, die ich hörte, auch was fehlte, hatte ich den Anspruch dieses fehlende Glied selbst zu machen. In den frühen 80igern und auch Ende der 70iger wurde ja meiner Meinung nach einer der größten Musikbewegungen ausgelöst. Bei mir hieß es dann: Vom Kinderzimmer ins Frequenzmonopoly. So entstanden dann die ersten Aufnahmen im Raum, aufgenommen mit Casio und Tonbandgerät, aber auch mit Doppeltape und Loop-Tapes als Rhythmus.... gesprochenen Stimmen...
                                                                                                                                                
 
Ihr seid damals ja auch in der vitalen Tape-Szene unterwegs gewesen. Teilt ihr die heutige, oftmalige Verklärung dieser Zeit und Szene und wie seht ihr den derzeitigen Hype um den im Gegensatz zum Vinyl eigentlich sterbenden Tonträger Cassette?
Inox: Hmm... ich sehe die Sehnsucht nach uniquen und eigenen kleinen Kunstwerken, eine Wehr gegen die Industrie und das war damals ähnlich, denn Vinyl konnte sich niemand leisten, wenige jedenfalls die 'ne Plattenfirma an der Hand hatten, so machte man Tapes, schöne und nicht so hübsche, doch liest du ein Fanzine aus der Zeit, dann siehst du auch das ganz Eigene darin, dass es getan werden musste, es hatte ja Kraft und Aussage und die wollte raus, es gab was zu sagen und das war dann auch egal, ob es auf Tape erschien, ich mag die Zeit sehr, denn sie hat mich gelehrt – tu es einfach! – erst dann, ob auf Tape oder Vinyl erschienen, hast du Reaktionen. Tapes gabs an jeder Ecke zu kaufen, der Noize-Sound-Rauschfaktor war damals angenommen, damit wurde ja auch gearbeitet, ich fand das glasklare der CD später komisch und nicht organisch. Jedoch in unserer und meiner Musik wollte ich genau das Unklare und Rauschige.
Dieter: Wie bereits beschrieben war ich als Konsument zur Cassettenszene gekommen. Allerdings war es aus meiner Sicht die zweite Generation der Tapelabels, auf der unsere Musik veröffentlicht wurde. Die Informationen bzgl. neuer Compilations wurden durch Flyer verbreitet, die man großzügig an gut vernetzte Tapetäter schickte, der diese dann mit seiner Post weiterverschickte. In dieser Zeit schrieb man ja noch seitenlange Briefe und das alles war zeitintensiv. Wir gründeten dann auch unser eigenes Tapelabel – ONE LAST DREAM, wo wir vornehmlich unsere eigene Bands, aber auch Split-Tapes mit anderen Bands veröffentlichten. Wir fuhren öfters zu Tapefestivals in den Niederlanden und Belgien. So entstanden Freundschaften und wir bekamen Besuch aus England und sogar aus Japan. 1990 habe ich eine Reise gemacht, auf der ich ausschließlich Kontakte der Tapeszene aus den Niederlanden, Begien und England besuchte. Es war eine gute Zeit. Handarbeit war gefragt ... Cover basteln, kopieren, nummerieren, Tapes kopieren... Alles ganz schön aufwendig und aus heutiger Sicht ein wenig umständlich. Die Cassette an sich hat einen ganz eigenen Klang und Charme. Ich finde es toll, dass es wieder diese Szene gibt. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass dort vor allem Leute aktiv sind, die viel jünger sind also wir und in den 80ern nicht dabei waren. Und das finde ich großartig.
                                                                                                                                                
Anfang der 90er Jahre habt ihr die gemeinsame Veröffentlichung von Musik unter dem Namen NOSTALGIE ÉTERNELLE eingestellt. Gab es dafür einen speziellen Grund wie musikalische Differenzen oder ist euch einfach das Leben dazwischengekommen?
Dieter: Ich bin im Januar 1989 von Leer ins Rhein-Main-Gebiet gezogen, um aus Ostfriesland rauszukommen. Im Juni 1989 kam INOX dann auch nach Mainz. 1991 verspürte ich den Drang, in den Norden zurückzukehren und zog nach Hamburg. Das ist aus heutiger Sicht selbst für mich unverständlich, weil das die Arbeit von NOSTALGIE ÉTERNELLE (und meinem zweiten Projekt mit ROMAN RÜTTEN aus Frankfurt) erheblich erschwerte und auch letztlich zum Erliegen brachte. Nur für mein drittes Projekt – mit SIEGMAR FRICKE aus Wilhelmshaven – ergab sich ein Vorteil. 1992 begann ich auch mein erstes Soloprojekt – MAJESTIC TWELVE, was aber nie aus den Kinderschuhen herauskam. Im selben Jahr wurde ich dann Vater. Mein Leben veränderte sich komplett als 1995 mein zweiter Sohn geboren wurde. Ich stellte meine musikalischen Aktivitäten nach und nach für 14 Jahre ein. 
Inox: DIETER zog nach Hamburg und ich machte in Mainz weiter, das INOX KAPELL-Projekt entwickelte sich dann weiter und die vielen Solo und Duo-Projekte wollten ans Ohrmuschelchen...
                                                                                                                                               
Vor ein paar Jahren habt ihr euch dann zunächst mit Zusammenstellungen eurer früheren Werke und schließlich mit neuem Material zurückgemeldet. Hattet ihr in der Zwischenzeit immer Kontakt zueinander oder kam der Impuls eher von außen, NOSTALGIE ÉTERNELLE zu reaktivieren? Und wo kam der Beschluss her, etwas Neues zu veröffentlichen?
Inox: Wir hatten weiterhin Kontakt, ich hatte in den Jahren mal manche NOSTALGIE ÉTERNELLE-Aufnahmen gemixt und eine CD-R für Fans zusammengestellt und auf meinem Label URKNALL TONQUELLE veröffentlicht, dann trafen DIETER und ich uns und improvisierten in meinem Studio, dabei war es für mich persönlich so, dass ich die ganze Kraft und Energie von NOSTALGIE ÉTERNELLE fühlte, es waren in dem Moment Gedanken und Emotionen wie als schaute ich in eine uralte, schon lange nicht mehr empfundene Zeit, es war großartig. Da ich zu der Zeit immer mehr mit den Sounds der Zeit zu tun hatte, die 80th waren ja zurück und selbst in der Mode (ich selbst steh ja voll drauf auf das ganze Wavezeug und arbeite ja auch in dem Bereich) oder auch im Graphischen (Flyer und Poster... Fanzines, Internetseiten) – so konnte ich die Jugendzeit und die Neuzeit zusammenbringen und das daraus resultierende Gefühl durch die Musik war genial und tat mir und auch DIETER sehr gut.
Dieter: Da INOX immer weiter Musik gemacht hat, wurde er irgendwann von GIANFRANCO SANTORO aus Italien und ERIEK VAN HAVERE aus Belgien, die wir aus alten Cassettentagen (ERIEK auch persönlich) kannten, gefragt, ob sie nicht Archivmaterial von uns veröffentlichen könnten. So entstanden die CD-Compilation auf FINAL MUZIEK und die Vinyl-EP auf EE. Ermutigt von diesem Interesse, fragte mich INOX 2009, ob wir nicht mit NOSTALGIE ÉTERNELLE weitermachen sollten. So fand im selben Jahr die erste Session in dem Studio von INOX in Wiesbaden statt. Weitere Sessions folgten dann ab 2011 in Hamburg, nachdem ich mir wieder ein bescheidenes Studio eingerichtet hatte. Aus dem Interesse an unserem Archivmaterial resultierte also der Impuls wieder neues Material aufzunehmen und an die alten Tage anzuknüpfen.
                                                                                                                                                
Das neue Album „Magie Fragile“ wirkt aus meiner Sicht etwas kompakter und fokussierter als „Sans Fin“. Seht ihr das auch so und war das eher Zufall oder gewollt?
Dieter: Auf "Sans Fin" sind viele Stücke vertreten, die wir bei der ersten Session (2009) in Wiesbaden aufgenommen haben und dann andere, die 2011 bei den anderen Sessions in Hamburg entstanden. Alle Stücke, bis auf eines, von "Magie Fragile" entstanden 2011 und 2012 in Hamburg. Sie wirken daher wohl in der Zusammenstellung homogener.
Inox: Meiner Meinung nach ist das dann eher ungewollt gewesen, wir wollten ein abwechslungs- und facettenreich-spiegelndes Album machen, das kam dabei raus.
                                                                                                                                                 
Die Stücke waren ja bereits schon etwas länger fertig. Warum hat es bis zur Veröffentlichung dann noch so lange gedauert?
Inox: Wir wollten es nicht alleine rausbringen, daher dauerte es ein wenig, der RALPH von HAFENSCHLAMM sagte dann sofort zu.
Dieter: Ja, das Material wird immer mit einer Zeitverzögerung herausgebracht, was schade ist, sich aber nicht ändern lässt. Zu veröffentlichen ist schon ein zäher Prozess, was an der Suche nach dem richtigen Label und dem rechten Augenblick liegt. Das dritte Album ist auch schon seit zwei Jahren fertig. Darunter ist auch ein Stück, das wir als Basic 1987 begonnen und dann 2013 fertiggestellt haben. Hier hat INOX den Bass gespielt und ich die Gitarre. Auf dem dritten Album ist auch das Stück "Sample World", das wir schon seit zwei Jahren live spielen.
                                                                                                                                                 
Wie verläuft bei euch eigentlich der Produktionsprozess? Arbeitet ihr nur mit alten Geräten oder hat bei euch auch die moderne Technik Einzug gehalten? Und wie muss man sich die Dynamik eurer Zusammenarbeit vorstellen?
Dieter: In der Regel entstehen in unseren Studiosessions die Songs im Readymade-Verfahren. In Wiesbaden, in dem Studio von INOX, nehmen wir alles auf eine Spur auf – mit einem Harddiscrecorder oder manchmal DAT-Rekorder. Diese Songs werden im Nachhinein noch eingesungen, oft in Hamburg oder sie bleiben instrumental. Wir schöpfen bei diesen Aufnahmen von dem reichen Fundus der Analogsynthesizer-, Orgel-, Keyboard- und Drumboxsammlung von INOX. Die Aufnahmen, die in Hamburg entstehen, die wurden in der Vergangenheit mit einem Harddiscmehrspurrekoder mit 6-8 Spuren aufgenommen. Inzwischen ist das Gerät defekt und ich nehme bei meinem neuen Soloprojekt mit Ableton auf, das könnte in der Zukunft auch für NOSTALGIE ÉTERNELLE gelten, allerdings habe ich mir auch inzwischen einen neuen Harddiscmehrspurrekorder zugelegt, mit dem wir weiterarbeiten könnten. Der Aspekt Readymade steht für uns im Vordergrund. Spontan und rough. Ich selbst habe analoge Synthesizer, aber nicht ausschließlich. Texte haben wir (besonders INOX) oft auf Vorrat und entscheiden dann meist spontan, welches Instrumental mit welchem Text eingesungen wird. Es wird also nie ein Text vertont, sondern umgekehrt.
Inox: Wir arbeiten mit alten und neuen Geräten, die Aufnahme ist meist analog, ich mache wenig am Computer, ich spiele alles direkt ein und wie früher sind alle Stücke Readymades. Auch spiele ich nicht nur Synthie sondern auch Bass und Gitarre, wir wechseln viel und sind da sehr spielerisch, es macht unglaublich viel Spaß, Stücke wachsen zu hören.
                                                                                                                                                
Ihr vermerkt seit jeher penibel, wo ein Stück aufgenommen wurde. Inwiefern ist das wichtig? Gibt es unterschiedliche Produktionsmöglichkeiten oder markiert das, wer hauptsächlich für ein Stück verantwortlich ist?
Inox: Es ist eine Doku, wobei das meist DIETER macht, ich jedoch mache das grundsätzlich ja auch in meiner Arbeit als Entomologe und Wissenschaftsphilosoph. Meine Musik dokumentiere ich jedoch auch ganz genau. Es ist für uns wichtig, für unseren Werdegang, es nicht zu tun, kann Lücken in der Biographie bedeuten, denn manchmal lösten schon Musikstücke ganz anderes im persönlichen Leben aus. Das will ich dann doch wissen, was und wann und vielleicht wie... dann ist es vielleicht interessant auch für andere Menschen.
Dieter: Wie bereits erwähnt, in Wiesbaden entstehen meist minimalere Stücke, weil es in der Regel nur eine Instrumentenspur gibt, weil alles über einen Mixer läuft. In Hamburg wird mehr gefeilt an den Songs und es werden mehr technische Möglichkeiten ausgereizt. Beide Arbeitsweisen haben ihren Reiz. Ich selbst finde es sehr wichtig festzuhalten, wo das Stück entstand, weil wir ja damit auch eine bestimmte Geschichte und ein bestimmtes Gefühl verbinden. In den einzelnen Songs sind wir fast immer gleichberechtigt tonangebend. Meistens bin ich für die Saiten zuständig und Inox für die Tasten. Es gibt aber auch Außnahmen, wo wir beide Synthesizer spielen oder INOX Bass oder Gitarre und ich die Synthesizer.
                                                                                                                                                
Mit eurer Musik stoßt ihr heute auf eine musikalische Landschaft, die in vielen Teilen den Retro-Style bedient. Post-Punk, Cold Wave und Minimal-Elektronik haben in den letzten Jahren ja weitere Bekanntheit erfahren. Seht ihr euch eigentlich selbst in diesem Umfeld und wie steht ihr zu einem Revival dieser Art, wo vieles auch irgendwie nachgemacht klingt? Dem der Charme von früher oft auch abgeht? Und wie wirkt das auf eure Musik?
Inox: Das ist ja immer so, alles kommt auf 'ne Art zurück, die Sehnsucht nach etwas, die ewige Sehnsucht (NOSTALGIE ÉTERNELLE) und dann spielen ja ganz viele damit, die Eltern werden befragt wie die Zeit war, die Musik wird gehört und alles andere auch wieder ausgegraben...und mir ging es genauso, ich wollte die 50th/60th Zeit meines Vaters irgendwie kopieren, neu und anders, so sah ich dann auch aus. Angepiekst durch dieses Revival bin ich klar auch gezielt zu bestimmten DJs und Veranstaltungen gegangen, tanzen ist mir sehr wichtig. Es belebt und inspiriert unsere Musik; doch es haut jetzt nicht mehr der 20jährige auf die Tasten, sondern der 50jährige INOX und DIETER klampft in die Bass-Saiten z.B., muss anders klingen oder?
Dieter: Ich denke, auch wenn wir beide aktuelle Musik hören und vielseitig an anderen Stilen interessiert sind, blicken wir doch gerne auf die 70er und vor allem auf die 80er zurück, die sehr inspirierend waren – auch heute noch für uns. Die Zeit lässt sich jedoch nicht zurückdrehen. Es geht daher nicht um Revival, wir machen nur weiter Musik und haben diesen musikalischen Background. Da sind einfach unsere Wurzeln, was man mal mehr, mal weniger merkt.
                                                                                                                                               
Im Januar wird es auch eine kleine Tour von euch geben. Habt ihr daran eine spezielle Erwartung?
Dieter: Wir haben unser Releasekonzert im September mit einem Drummer bestritten, der ein Arbeitskollege von mir ist. Die Tour im Januar werden wir mit RENÉ JOCHIM (ex-TELEPHERIQUE) bestreiten, der Electrodrums spielen wird. Livedrums bringen einfach mehr Dynamik in die Musik. Ich freu mich auf die Konzerte.
Inox: Ja, Spaß haben, wenn manche Botschaften ankommen, sehr gut, Leute inspirieren und infizieren...

 

Tony F. für nonpop.de

 

http://www.nonpop.de/nonpop/index.php?mkey=NOSTALGIE-TERNELLE---Interview&type=special&area=1&p=articles&id=2989